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12.
Etappe: St. Yorre - km 923
(Michelin Karte 73: 51.17° nord,
1.26° ost) Donnerstag 5.6.86 René
hat sich gleich nach dem Frühstück aus dem Staub gemacht. Er
hatte es sehr eilig. Ich war gerade damit beschäftigt mein Croissant vor dem
Ertrinken zu retten. Gedankenloses Tunken hatte dieses traditionelle
Frühstücksgebäck nämlich soweit aufgeweicht,
dass dessen
untere Hälfte drohte in den Tiefen der 'Bol', einer kleinen Schüssel, gefüllt
mit 'cafe au lait', zu versinken. Ich bin sicher das Problem eines Tages in den Griff
zubekommen. Rene, der mir dabei fasziniert zusah, schien der gleichen Meinung zu sein, denn
er enthielt sich jeglicher Hilfestellung. Der Abschied war
kurz aber herzlich, wir wünschten uns noch gute Fahrt und trockeneres
Wetter, und weg war er.
Auch ich will keine Zeit verlieren und die frühe Morgenstunde nutzen.
Die französische Bezeichnung für Frühstück, 'petit
dejeuner', ist was das Adjektiv
anbelangt, wirklich zutreffend. Es
ist klein. Sehr klein. Ein Croissant und etwas Toast mit Marmelade. Im Nu bin ich startklar und
mache mich auf den Weg. Kaum 100 Meter vom Hotel entfernt fängt es plötzlich
an zu schütten, so als ob jemand einen riesigen, vollgesogenen Schwamm über mir
ausdrückte. Einer gewaltigen Windbö gelingt es beinahe mich vom Rad zu fegen. Schleunigst kehre ich
um. Madame T. empfängt mich schon freundlich im Türrahmen,
deutet schulterzuckend nach oben, so als wolle sie sich für das ungastliche
Wetter entschuldigen. Ich bestelle einen kleinen Kaffee, schreibe ein paar
Postkarten und schmökere in einer Hotelbroschüre in der die
Sehenswürdigkeiten des Ortes und die Schönheiten der ihn umgebenden
Landschaft durch einladende Fotos dokumentiert sind. Von all dem bekomme ich
nichts zu sehen. Ich hänge herum. Es regnet ohne Unterlass den ganzen
Vormittag über.
Gegen 14 Uhr endlich, ich hatte schon fast
alle Hoffnung aufgegeben und mich mit einer weiteren Nacht in Châtel abgefunden,
tut sich zögernd der Himmel auf, und erste, zaghafte Sonnenstrahlen bringen den nassen Asphalt zum
dampfen. Aber immer noch jagen bedrohlich dunkle Wolken aus Westen heran
und lassen Schlimmes
befürchten. Froh, endlich das untätige Herumlungern beenden und meinem sich
inzwischen angestauten Bewegungsdrang freien Lauf lassen zu können, mache ich mich
unverzüglich erneut auf
den Weg.
Auf der D25 verlasse ich Châtel in nordwestlicher Richtung, fahre dann
auf der D7/D121 über Nizerolles, le Pouthier, la Chapelle und Busset nach St. Yorre. Widererwarten bleibt
es trocken
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Streckenkurzbeschreibung: Michelin Karte 73 Châtel-Montagne - Moulin Châtel - Nizerolles - la Chapel - Busset - St. Yorre Tagesleistung: 31 km |