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13. Etappe: Pont du Bouchet - km 998 (Michelin Karte 73: 51.03° nord, 0.48° ost)
Freitag 6.6.86 Ich sitze hier im Hotel 'Belle Vue' an einem Ecktisch in der Nähe des Fensters, habe vorzüglich gespeist und bereite mich gedanklich bereits auf die morgige Etappe vor. Vor dem Tresen schäkert lautstark ein Typ mit der Dame dahinter. Er tut dies in beneidenswert gutem Französisch aber mit unverkennbar deutschem Akzent. Die Essenszeit ist vorbei, der Speisesaal hat sich nach und nach geleert, die Dame zieht sich zurück und der Typ trinkt schweigend sein Bier. Wohltuende Stille macht sich breit. Über die Straßenkarte gebeugt und ab und am Rotwein nippend gehe die heutige Etappe noch mal durch. Bei meinem Aufbruch in Saint-Yorre
zeigte sich das Wetter überraschenderweise von seiner besseren Seite.
Nach 350 Höhenmetern und reichlich Flüssigkeitsverlust ereichte ich den knapp 700 m hoch gelegenen ' Gour de Tazenat', einen nahezu kreisrunden Kratersee direkt an der D19. Er erinnert sehr an die Maare der Eifel und markiert das nördliche Ende der 'Chaîne des Puys', einer Berggruppe mit über hundert Erhebungen, die eindeutig vulkanischen Ursprungs sind. Einer der eindrucksvollsten Vulkankegel dieser Gegend, dem auch das Departement seinen Namen verdankt, ist der 1465 m hohe, westlich von Clermont-Ferrand aufragende 'Puy de Dome'. Die Landschaft hier ist geologisch sehr interessant und bestimmt einen Besuch wert. Auch dem Radelfan hat die Auvergne sicher einiges zu bieten. Mit dem 'Gour' hatte ich den höchsten Punkt der heutigen Etappe erreicht und die Schufterei war zu Ende. Von nun an ging's relativ eben und gemütlich dahin. Über Manzat, St. Georges-de-Mons und Les-Abcizes-des-Combes gelangte ich dann am späten Nachmittag an den Lac de Bouchet und in das idyllisch gelegene, nicht gerade billige Hotel 'Bell Vue'. Dem Typen am Tresen scheint es langweilig geworden zu sein. Er kommt an meinen Tisch und fragt, ob er sich dazu gesellen dürfe. Im Verlauf der nun folgenden munteren Unterhaltung erfahre ich, dass er Vertreter in Keramik und Graphit sei und aus dem Elsas stamme. Er spricht gutes Deutsch und es ist angenehm sich auch mal wieder 'fließend', ohne zu Hilfenahme von Händen und Füßen, unterhalten zu können. Es wird noch ein recht anregender Abend, an dessen Ende ich wesentlich schlauer bin als zuvor, zumindest was Keramik und Graphit und das ganze Drumherum betrifft. Der Wetterbericht für den morgigen Tag ist schlecht. Gute Nerven sind gefragt.
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Streckenkurzbeschreibung: Michelin Karte 73 St. Yorre - Randan - Aigueperese - Combronde - Manzat - St. Georges-de-Mons - Les Ancizes-Comps - Pont du Bouchet Tagesleistung: 75 km |