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8. Etappe, St. Florent, km 578 Samstag/Sonntag 4/5.6.88 Die Fahrt hierher war schön und mühsam zugleich. In ewigem Auf und Ab wand sich die Küstenstraße malerisch um jede Bucht, jeden Stein und jeden Strauch. Immer wieder taten sich herrliche Ausblicke auf; Anlässe zum Verschnaufen und Genießen. Der Straßenbelag jedoch ließ sehr zu wünschen übrig und spottete jeder Beschreibung. Reichlich, mit unerwartet tiefen, oft erst im letzten Moment erkennbaren Schlaglöchern ausgestattet, verlieh er den vielen zünftigen Abfahrten einen besonderen, nicht immer ungefährlichen Reiz. Das ständige Rütteln und Schütteln führte denn auch, nach etwa 20 km zum Bruch des vorderen, etwas schwächlichen Gepäckträgers. Fortan war ich gezwungen einen Teil meiner Habe, nämlich das nicht gerade leichte Fotozeug und die umfangreiche Reisebibliothek, bestehend aus Karten, Reiseführern und Wörterbüchern auf dem Rücken zu tragen. Ich hoffe in St. Florent ein gut sortiertes Fahrradgeschäft zu finden, das so etwas Exotisches wie einen Vorderradgepäckträger führt.
Im Jahre 1440 bauten die Genuesen hier eine Zitadelle, die ihnen zur Kontrolle des Seehandels im Mittelmeer sehr gelegen kam. Die Festung war bis ins 18. Jahrhundert Bischofssitz und Gouverneurspalast. Der Hafen hatte eine hervorragende strategische Lage, die landwirtschaftlichen Anbauflächen lagen nah und prosperierten. Dieses günstige Zusammentreffen aber machte die Stadt zum Ziel wiederholter, rüdester militärischer Invasionen. Obwohl die Malaria hier verheerend wütete, wurde der Ort im 16. Jahrhundert heftig umkämpft: von den Franzosen, den Genuesen und natürlich von den Korsen. Im Jahre 1774 hausten hier in einem verwüsteten Lebensraum noch 350 Einwohner, bedroht von Fieber und ständiger Kriegsgefahr. Einen neuen Wachstumsschub bekam die Stadt erst, nachdem Napoleon III die Trockenlegung der Sümpfe befahl und damit die Ursache der Malaria beseitigte.
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8. Etappe, 45 km von Pino nach St. Florent
über Minerbio, Marinca, Nonza und Patrimonio
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